Ursprung

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Aus dem Namen Stetten muss abgeleitet werden, dass es sich um eine Ausbausiedlung handelt, die zuerst aus einem oder mehreren Höfen bestand. Die Existenz solcher Höfe und Weiler hing vielmals von der Bebaubarkeit und dem Ertrag des Landes, vom vorhandenen Wasser und auch von eventuellen Bodenschätzen ab.

Stetten hatte gute Voraussetzungen, als Siedlung bestehen zu bleiben. Die relativ ertragreichen Molasse-Schichten, der Wald, die Tonvorkommen, nicht reichlich aber genügend Wasser, liessen den Hof oder Weiler als ursprüngliche Stätte, die später dem Dorf den Namen gab, existieren.Fast zufälliger Natur erscheint die erstmalige Erwähnung eines Ortes namens Stetin. In einer Urkunde vom 1. März 1080 bestätigte Graf Burkhart von Nellenburg die Vergabungen, die er und sein Vater Eberhard dem Kloster Allerheiligen gemacht hatten. Dieser Rechtsakt wurde von 10 Zeugen beurkundet. Einer dieser Zeugen war ein gewisser Picco de Stetin. Sozusagen also der Gründervater!

Stetten scheint von jeher eine von der Landwirtschaft lebende Siedlung gewesen zu sein, die auch den Weinbau betrieb. In den Bremlen muss dieser aber schon Ende des 14./Anfang 15. Jahrhundert aufgehört haben, während er in den Neuwiesen bis ins 19. Jahrhundert und am Schlosshügel bis ca. 1950 betrieben wurde. Dies bezeugen auch Eintragungen mit Rebflächen in alten Karten und Kupferbelastungs-Vermerke in Spezialkarten für Bodenbelastungen. Früher wurden nämlich die Reben massiv mit Kupfer besprüht. Nun, Blauburgunderqualität wird er noch nicht gehabt haben, der alte Stettemer Wein. Er wird eher ein saurer Rebensaft gewesen sein. Heute werden die schön nach Süden geneigten Hänge nicht mehr für den Weinanbau sondern für die Einfamilienhäuser gebraucht! Irgendwo müssen sie ja leben, die mittlerweile rund 1200 Einwohnerinnen und Einwohner.

Neben den Klöstern Paradies und Allerheiligen besassen das Kloster St. Agnes zu Schaffhausen und mehrere Schaffhauser Bürger grundherrliche Rechte. Die Vogtei über die Güter von St. Agnes ging bei der Aufhebung des Klosters an die Stadt über; den zur Burg Herblingen gehörenden Teil der Vogtei über das Dorf erwarb die Stadt Schaffhausen im Jahre 1534.Stetten, als territorial dem Hegau zugehörig, stand wie die übrigen Reiatdörfer unter der hohen Gerichtsbarkeit der Landgrafen Nellenburg/Tengen, bzw. später dem Erzhaus Österreich.

Das Niedergericht übten die Grundherren oder deren Schirmherren aus. Erst 1723, mit dem Erwerb der hohen Gerichtsbarkeit Schaffhausens über den Reiat, wurde die Gemeinde Stetten ganzheitlich dem Kanton Schaffhausen zugehörig.

Wie die heute gültige Banngrenze entstand, ist nicht genau bekannt, Berslingen und Thayngen sowie die Rodungssiedlungen Lohn und Büttenhardt haben vermutlich einer starken Entwicklung und Ausdehnung Stettens entgegengewirkt. Die einzige Gebietserweiterung konnte mit der Übernahme des Schlossbannes 1825/26 vorgenommen werden. Heute ist Stetten mit 473 ha Gesamtfläche eine moderne Gemeinde unseres Staatsgefüges.