Integrative Schulform ISF

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Integrative Schulform (ISF) an der Stettemer Primarschule und am Kindergarten
Seit dem Schuljahr 06/07 wird der Kindergarten im Umfang von 4 Wochenlektionen integrativ geführt.

Aufgrund der guten Erfahrungen und im Hinblick auf das neue Schulgesetz, in dem diese Art zu unterrichten ein Bestandteil sein wird, hat die Schulbehörde Stetten in Zusammenarbeit mit dem Lehrerteam beschlossen, die Integrative SchulForm per 1. August 2007 auch auf die Primarschule auszudehnen.
Damit entfällt weitgehendst der Stütz- und Förderunterricht für teilleistungsschwache oder –begabte Kinder, sowie auch die Überweisung von Schülern und Schülerinnen in eine städtische Einschulungs- oder Sonderklasse.

Die Integrative SchulForm, kurz ISF genannt, basiert auf dem Kantonalen Rahmenkonzept vom April 2005, welches im September 2005 vom Erziehungsrat beschlossen wurde.
Logopädie und Deutsch als Zweitsprache fallen nicht in dieses Konzept und werden weiterhin separat unterrichtet.

ISF will den unterschiedlichen Lern- und Förderbedürfnissen aller Kinder entsprechen und damit innerhalb der Regelklasse Lernbedingungen schaffen, die jedem Kind, entsprechend seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Lernerfolge ermöglichen.
Dabei wird gezielt die individuelle Förderung und Beurteilung (teil-)leistungsschwacher und (teil-)leistungsstarker Kinder angestrebt. Besonders Wert gelegt wird auf die Förderung der Gemeinschaft, in der die unterschiedlichen Begabungen als Bereicherung und Chance empfunden werden, um damit Verständnis und Toleranz gegenüber den Mitschülern und –schülerinnen zu entwickeln.

Zentral ist dabei die systematische Früherfassung von Lernschwierigkeiten im Kindergarten und in der Schule und das rechtzeitige Einleiten von Fördermassnahmen.

Ab dem Schuljahr 2007/2008 wird nun das Lehrerteam von Sandra Schmitter, einer ausgebildete Heilpädagogin (HfH), unterstützt.
Sie wird ab und zu mit der Klasse oder in der Klasse arbeiten, sie wird Kinder einzeln oder in kleinen Gruppen unterrichten und sie wird die Lehrpersonen bezüglich einzelner SchülerInnen beraten und unterstützen.
Aufgrund der 2 Kindergartenklassen und der 5 Primarschulklassen wird Frau Schmitter zu 100 % an unserer Schule tätig sein, wovon alle Kinder profitieren können.

In den ersten Wochen nach den Sommerferien ist für interessierte Eltern eine Veranstaltung geplant, in der über die Grundidee von ISF, die Arbeit im Schulalltag, Kriterien für eine Förderung und über die Zusammenarbeit Lehrperson-Heilpädagogin-Eltern informiert wird.

„Es ist normal verschieden zu sein“
Das erweiterte Lehrerteam und die Schulbehörde freuen sich auf diese neue Herausforderung und sind überzeugt, damit dem einzelnen Kind besser gerecht zu werden.

Schulbehörde Stetten

Konzept ISF an der Schule Stetten

Was genau bedeutet ISF im Schulalltag?

Von den Kindern aus betrachtet:

  • Es kann öfter in kleineren Gruppen gelernt werden.
  • Den verschiedenen Lerntypen kann besser Rechnung getragen werden.
  • Es sind zwei Ansprechpersonen da.
  • Es kann gezielter an den Schwächen gearbeitet werden.
  • Umgang mit Verschiedenheit wird normal (jeder hat Stärken und Schwächen).
  • Sowohl sehr leistungsfähige als auch leistungsschwache Kinder machen grössere Lernfortschritte in einer integrativ geführten Klasse.


Von den Lehrkräften aus betrachtet:

  • Der Anteil Frontalunterricht reduziert sich.
  • Es treten mehr individualisierende / binnendifferenzierende Unterrichtsmethoden in den Vordergrund.
  • Feedback und Wertschätzung kommen im Alltag bestimmt häufiger vor.
  • Es kann nach einer Umstellungszeit als entlastend empfunden werden Fragen / Probleme gemeinsam anzugehen und Arbeit zu verteilen.


Von den Eltern aus betrachtet:

  • Jede Mutter und jeder Vater möchte sein Kind möglichst optimal unterstützt sehen in seinem Lernen.
  • Separation, also Einweisung in eine „Spezialklasse“ ist immer für die ganze Familie ein sehr einschneidendes und in der Regel schmerzhaftes Ereignis.
  • Eltern erfahren in der Regel sehr bald den Vorteil einer zusätzlichen Schulischen Heilpädagogischen in der Klasse durch ihre Kinder, und haben eine zusätzliche Ansprechperson bei spezifischen Lernproblemen.

Erkenntnisse aus der Integrationsforschung
inzwischen gut erforschtes Gebiet, auch in der Schweiz (Bächtold; Häberlin, Bless, Kronig; Strasser...)

  • separative Förderung wirkt stigmatisierend
  • integrative Förderung: tiefere, aber realistischere soziale Selbsteinschätzung von Kindern mit bes. Förderbedarf
  • weit gehende Unwirksamkeit der Repetition
  • universelle positive Wirkung von erweiterten Lernformen
  • höhere soziale Kompetenzen aller Schüler/innen in integrativen Settings
  • zunehmend kritische Haltung von Eltern gegenüber segregativen Schulungsformen
  • Integration hat keine leistungshemmende Wirkung